Sylt Sehenswürdigkeiten

Schon seit über 150 Jahren ist die Nordseeinsel Sylt ein wahrer Publikumsmagnet.

Sylt ist mit gut 99 km² Fläche zwar nur die viertgrößte Insel Deutschlands, dafür aber die größte und mit Abstand touristisch wichtigste Insel Nordfrieslands. Spätestens seitdem Westerland im Jahr 1855 zum offiziellen Seebad ernannt wurde, Sylt Hörnum entwickelten sich längere Kuren auf Sylt zur beliebten Sommerfrische der Ober- und Mittelschicht sowie nach und nach zum bedeutenden Wirtschaftszweig für die Einheimischen.

Bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs wurden viele neue Hotels und Villen auf der Insel gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in den 1960er und 1970er Jahren vor allem in Westerland heute häufig von vielen als „Bausünden“ eingestufte mehrstöckige Appartementanlagen. Diese Bauwerke werden anders als die historischen wilhelminischen Bädervillen und traditionellen Friesenhäuser im Allgemeinen nicht zu den sehenswerten Attraktionen auf Sylt gezählt. Zu den bekannten und oft besuchten Sylter Sehenswürdigkeiten gehören hingegen die im Folgenden kurz Skizzierten.

Das Altfriesische Haus in Keitum

Das im gesamten 18. und 19. sowie frühen 20. Jahrhundert als Wohnhaus und heute als Museum genutzte Altfriesische Haus in der Straße Am Kliff in Keitum wurde 1739 für einen Kapitän erbaut. In den Räumen lebte später auch der Lehrer, Zeichner und Chronist Sylts Christian Peter Hansen (1803-1879), der die Sammlung des heutigen Museums als Erster aufbaute und dessen Familiengeschichte in dem Haus ebenfalls anhand von Exponaten beleuchtet wird.

Die römisch-katholische Kirche St. Christophorus in Westerland

Das von 1997 bis 1999 nach Plänen des Architekten Dieter Georg Baumewerd in der Elisabethstraße erbaute Gotteshaus mutet mit seinen eher ungewöhnlichen Formen relativ futuristisch an: Von dem 1959 abgerissenen Vorgängerbau wurden nur die vier Glocken und die Buntverglasung der Rundfenster übernommen. Passend zum maritimen Ambiente der Insel wirkt der Sakralbau von außen wie eine Arche oder ein Schiffsrumpf, auch im Inneren vermitteln die regelmäßigen Säulen den Eindruck eines Schiffsdecks.

Der Friedhof der Heimatlosen in Westerland

Die seinerzeit oft auch als „Heimatstätte für Heimatlose“ bezeichnete Ruhestätte an der Kreuzung Elisabethstraße und Käpt’n-Christiansen-Straße wurde 1854 vom damaligen Strandvogt Wulf Hansen Decker für ertrunkene Seeleute und an den Strand gespülte unbekannte Leichen angelegt. Die erste Bestattung fand am 3. Oktober 1855 statt, die letzte Beisetzung am 2. November 1905. Nach der Schließung wurde der Friedhof zur Gedenkstätte ernannt, an die einstige Königin von Rumänien Elisabeth zu Wied, die im Sommer 1888 auf Sylt weilte, erinnert ein von ihr gestifteter Gedenkstein.

Die Megalithanlage Harhoog in Keitum

Die von Angehörigen der sog. „Trichterbecherkultur“ in der Steinzeit um 3000 vor Christus zwischen Keitum und Tinnum errichtete Grabkammer wurde 1925 bei den Bauarbeiten für den Hindenburgdamm freigelegt und ab 1936 wissenschaftlich untersucht. Im Juni 1954 wurde das Grabmal jedoch wegen der Erweiterung des Sylter Flughafens verlegt, heute ist die Anlage am Tipkenhoog häufig Ziel von Wanderungen.

Das Sylt Aquarium in Westerland

Der auf Nordseefische und tropische Fische aus Korallenriffen spezialisierte zoologische Garten wurde im Jahr 2004 an der Gaadt eröffnet, in den 25 Salzwasserbecken mit Frischwasser direkt aus der Nordsee leben etwa 2.000 Fische aus zahlreichen Arten. Herzstück der Anlage ist der gut 20 Meter lange gläserne Tunnel, durch den die Gäste unter den Becken hindurchgehen können und der eine beliebte Sehenswürdigkeit auf Sylt darstellt.